Re: KATASTROPHAL SCHLECHT! WIRKLICH?
[ Dungeons and Dragons - Der Film ] Geschrieben von Slater Rockfist am 20. April 2001 13:25:38:
Als Antwort auf: KATASTROPHAL SCHLECHT! geschrieben von ALATOR am 18. April 2001 20:44:18:
Die Axt zum Gruße!
Also, Leute - ich war inzwischen zweimal (!!) in dem D&D-Streifen!
<
<< Das war auch meine Einstellung, als ich die wirklich zerstörerischen Kritiken gelesen habe. Ich habe mir nun ein Bild von diesem Film gemacht - viele der Kritiker, die schlecht über den Film geurteilt haben, haben ECHT KEINE AHNUNG VON FANTASY, sondern beurteilen lediglich das, was sie bei jedem anderen Film auch kritisiert hätten!
>Allerdings muss ich ihnen nun voll und ganz recht geben: Der Film war grottenschlecht!
<Da muß ich dir - das ist aber jetzt rein subjektiv - widersprechen! Ich bin mit geringen Erwartungen in den Film gegangen und ich fand ich daraufhin ganz amüsant - er war aber keinesfalls ein Knüller (dazu müssen wir uns wohl Herr der Ringe reinziehen!), aber wenn man bedenkt, daß der Film lediglich 30 Mio. US-$ gekostet hat ist das Ergebnis verträglich.
<<
Das fängt zuerst Mal bei den eher zweitklassigen Computeranimationen an, denn kein Effekt wirkte wirklich echt. Vor allem die Drachen sind eher missglückt, sowohl vom Design her, als auch von ihren Bewegungen.
<<Die Computeranimationen waren mE noch recht in Ordnung - die Drachen wirkten aber irgendwie klein, oder?
<< Im Film Dragonheart war der Drache weit besser animiert (und sah auch cooler aus).
<<Das stimmt! Aber haste mal Dragonheart auf DVD geguckt? Da sieht man den Unterschied zwischen Realität und Computeranimation? Auf DVD wirkt die Animation sehr sehr plastisch!
<<
Nun gut, dies kann man verschmerzen, vor allem wenn man bedenkt, dass dem Regiesseur nur 35 Milliionen Dollar zur Verfügung standen (und ursprünglich war das Projekt für 100 Millionen gedacht).
<<Der Film sollte ursprünglich ja der erste Teil einer Trilogie sein, aber jetzt beabsichtigt man eine TV-Serie daraus zu machen!
<<
Aber es geht noch weiter: Manche Sets und Kostüme wirkten lächerlich und sahen auffällig plastikmäßig aus, so zum Beispiel die Rüstungen der Soldaten oder bestimmte Abschnitte der Dungeons.
<<Die Rüstungen der roten Brigade fand ich super ätzend, wirkten wirklich plastisch! Die Burgruine war mE völlig falsch in Szene gesetzt und überhaupt total öde.
<<
Kleinigkeiten wie die immer perfekt sitzenden Frisuren der Helden oder manche lächerlich wirkenden Masken fallen da ja schon fast nicht mehr ins Gewicht.
<<Die Maske/Kostüme/Rüstungen der Hauptdarsteller gingen eigentlich, obwohl die Lippen des "bösen Kriegers" Damador (Bruce Payne) wirklich LÄCHERLICH wirkten; das machte den Charakter total unglaubwürdig...
>>Aber die wahre Katastrophe sind die Dialoge des Films und die Schauspieler. Wenn in gewissen Unterhaltungen Ausdrücke wie ,,Kaffeekränzchen'' oder Aussprüche wie ,,au contraire'' verwendet werden, dann wirkt dies sagen wir mal ,,unrealistisch'' und lächerlich. Schließlich wird hier ein Fantasywelt dargestellt, die dem Mittelalter gleicht und in der keine Sprachen wie Französisch existieren.
<<Die Dialoge waren sehr oberflächig! Das mit dem "Kaffeekränzchen"...naja...das mit den französischen Einwürfen finde ich nicht schlimm - auch die Franzosen gab es im Mittelalter!
>> Aber noch schlimmer sind Dialoge, in denen der Held den (offensichtlich korrupten, bösartigen und hinterhältigen) Bösewicht bittet, ihm unbedingt zu versprechen, dass der Bösewicht seine Freundin freilässt, wenn er ihm ein Artefakt ausliefert und Überraschung!: Der Bösewicht bricht sein Versprechen.
<<Das fande wohl alle Scheiße! So ein blöder Held! Aber man bedenke er ist ja erst 2.Stufe - also ein total unerfahrener (Niedrigstufig!) Dieb...
<<
Schlimmer noch sind ja vor allem die zwanghaft und bemüht witzigen Dialoge zwischen den Diebeskollegen Snails und Ridley. Ständig schneidet Snails irgendwelche lächerlichen Grimassen und lässt irgendwelche Witze von sich. Der Darsteller spielt schlecht und seine Witze sind schlecht.
<<Snails und seine Witze waren mE auch nicht so schlimm, er lockerte das ganze für das "Kinderkino" (Film ab 12!) auf und recht amüsant!
<<
Ich war froh als er in einem Kampf endlich getötet wurde...
<<Als er starb, waren wir auch froh, daß wäre eigentlich der Punkt gewesen, wo der Film ernsthafter wurde bzw. werden sollte...
<<
Gut, über Humor lässt sich bekanntlich streiten, aber eher weniger über katastrophale darstellerische Leistungen fast aller (ich betone fast ALLER) Charaktäre. Das fängt mit Ridley (Justin Whalin, bekannt als Jimmy aus der Serie ,,Superman''), der eine erbärmliche Performance abliefert und in keinem Moment als Dieb und Heldenfigur glaubwürdig rüberkommt.
<<Ridley ist wirklich keine fantasyreife Helden- bzw. Leitfigur...
>>
Über Snails (Marlan Wayans) hab ich ja schon genug gesagt.
>>...ähnlich dem komischen Vieh aus Star Wars: Epsiode I...nur das das überlebt hat..grrrr
>>
Der böse Krieger Damador (Bruce Payne) ist ein so böser Bösewicht, wie ein böser Bösewicht eben sein muss, nämlich abgrundtief böse, also extrem klischeehaft.
<<Das er das klischeehafte Böse verkörperte fand ich eigentlich gut und entspricht auch den Vorgaben von WoC..aber seine Lippen machten ihn lächerlich und nahmen vieles seiner Bösartigkeit...seine Lippen...grrrrr
>>
Die Prinzessin Sarvina (thora Birch, bekannt aus American Beauty-da spielte sie wirklich gut) wirkte auch kaum glaubwürdig, im Vergleich zu ihren früheren Leistung ist sie erbärmlich.
<<..sie hat mich an die Prinzessin aus "Endless Story" erinnert...kindhaft, naiv, aber mit eisernem Willen...blabla...
>>
Und am meisten enttäuscht war ich von Jeremy Irons (bekannt aus Kafka, Madame Butterfly oder Stirb Langsam 3), der den bösen Magier Profion mimte. Dieser herausragende Charakterdarsteller, der sogar den Oscar für eine Nebenrolle bekommen hatte, spielte den Magier so extrem übertrieben, sodass er einfach nur unglaubwürdig und lächerlich wirkte. Kein Bösewicht von Format, sondern ein seltsam herumgestikulierender, gesichtsverzerrter und ständig diabolisch lachender Hampelmann, der nur in manchen Momenten seiner ROlle gerecht wird.
<<Ja, er enttäuschte zwar nicht direkt, aber der diabolisch wirkende Magier, machte sich zum Hampelmann, indem er die gesichtsverzerrte und stets bösartig lachende Darstellung abgab...
<<
Der einzige Charakter, der ,,realistisch'' (im Sinne der Fantasywelt) wirkte, war der Zwerg Elwood (Lee Arenberg), der sogar überzeugend spielte, zumindest im Vergleich zu seinen Kollegen.
<<Der Zwerg war auch mein Favorit - er hat ihn echt toll dargestellt, auch wenn er mir gegenüber der Magie zu verständlich war..mir fehlten so Ausrufe wie "verfluchte Magie" etc. ...aber ansonsten der einzige WAHRE Held, von dem ich gerne mehr Kampfszenen gesehen hätte (fandet ihr auch, daß er zu geschick war, bei seiner ersten Begegnung mit dem Anführer der roten Brigade?)
<<
Auch der Anführer der Diebesgilde Xilus (Richard O'Brien kam gut rüber.
<<Jo!
>>Der lächerlichste Höhepunkt des Films war allderdings die Schlussszene am Grab von Snails: dessen Grab bestand nämlich nur aus ein paar aufeinander gelegten Steinchen (so ne Art Turm) und im obersten war der Name Snails eingeritzt. Das sah so unglaublich lächerlich aus, sodass ich mich halbtot gelacht habe.
>>Ja, stimmt - wäre mal gespannt auf den 2.Teil, wo er wieder auftaucht...
>>Kommen wir nun zu ein paar filmischen Höhepunkten dieses im Grunde furchtbaren Machwerks: Die Drachenschlacht am Ende sah teilweise sehr cool aus; wenn die Magier zu zaubern begannen kam ein wenig Fantasyatmosphäre auf, auch die Szene in der Taverne wusste teilweise zu überzeugen und gewisse Kamerafahrten wirkten recht spektakulär, auch der Zwerg Elwood hatte ein paar gute Szenen. Das wars aber auch schon mit den Pluspunkten.
>>Jo, die Drachenschlacht fand ich echt geil; man hätte die Magier nur besser in Szene bringen müssen...
Fazit: Der Film war nicht schlecht, aber auch nicht gut, sondern unterhaltsam! Man hat sich bei der Produktion Ideen anderer Filme "ausgeliehen" (Star Wars und Indiana Jones um nur einige zu nennen!); Die Story war flach, die Charaktere nur Mittelmaß; die Effekte unter Berücksichtigung des Budgets in Ordnung, die Locations gingen gerade noch so; die Rüstungen waren z. T. lächerlich; die Lippen des "bösen" (und 15.Stufe) Kriegers lächerlich lächerlich lächerlich... aber ich werde wohl noch ein drittes Mal reingehen und freue mich bereits heute auf Herr der Ringe und vielleicht sogar auf die TV-Serie des D&D-Films (oder den weiteren 2 Teilen!)... im Sinne der Fantasy weiter so und ein paar Worte an die Produzenten: Macht mehr Geld locker für gute D&D-Filme - investiert endlich!!! HdR wird voraussichtlich 500 Mio. US-$ kosten und diese Produktion wird der HIT im Fantasy-Genre...also möge Moradin mit euch sein.
Slater Rockfist - DWARVEN LOREMASTER of the FORGOTTEN REALMS