Reisetagebuch
 
Tagebuch von Tiriel Windfänger
10. Uktar 1359 (nach Taliser Zeitrechnung)

Ich wache auf und sehe in das grinsende Gesicht eines roten Zauberes. Aber es ist nicht Dhune. Langsam blicke ich mich um und sehe noch mehr von ihnen. Wir sind am Strand, nicht weit vom Meer entfernt. Wie bin ich bloß hergekommen? Meine letzte Erinnerung sind Tentakel, viele Tentakel die aus der Dunkelheit herausschnellen, mich packen und hinabziehen in den Turm. Der Turm, jetzt erinnere ich mich wieder. Sturm Silberhand hatte uns geschickt, den Turm von Ashardalon zu erkunden. Es ist ein uralter Turm, dunkel und bedrohlich ragt er auf in einem Tal auf der Straße nach Yhaunn. Vor langer Zeit soll er als Kultstätte des Drachen Ashardalon gedient haben, jenem riesenhaften Drachen der die Wälder um Ossingheim vernichtet hat. Doch der Drache verschwand und der Turm stand leer. Sturm vermutet jedoch, dass sich erneut Böses in ihm regt, deshalb schickte die Harfnerin und Auserwählte Mystras uns (UNS!) um Nachforschungen anzustellen. Ich konnte gar nicht fassen, dass diese sagenumwobene Frau gerade unsere kleine Gruppe auserwählt hat. Soll das etwa eine Prüfung sein? Ich werde ihr Vertrauen nicht enttäuschen, ich werde beweisen dass ich würdig bin einmal ein Harfner zu werden, ein Teil dieser mysteriösen und glanzvollen Macht des Guten in den Reichen! Aber zurück zum Turm. Wir umkreisten ihn mehrfach auf der Suche nach einem Eingang. Nur ein kleines Gebäude drängte sich an seinen Fuß. Daraus war eine angenehme Melodie zu hören, doch sogleich erkannte ich die Gefahr. Eine Mehltauranke, sie schläfert ihre Opfer ein um sie dann zu verschlingen. Sogleich nahm ich meine Harfe zur Hand um die Ranke zu übertönen und konnte mich so unbehelligt zu ihr begeben und die boshafte Pflanze zerhacken. Einige Elfen waren ihr schon zum Opfer gefallen, die armen. Zumindest wird uns ihre Ausrüstung bei unserer Aufgabe zu Hilfe kommen. Während meine Gefährten weiter erfolglos den Turm umkreisten machte ich mich mit Hilfe meiner Kletterschuhe auf um einmal von oben in ihn hineinzusehen, vielleicht würde ich so einen Eingang entdecken. Der Turm ragte hoch hinauf, bestimmt 100 Meter. Oben bläst ein stürmischer Wind, überhaupt scheint das Wetter sich zu verschlechtern, diese dunklen Wolken waren eben doch noch nicht da... Ich versuche in den Turm hinabzusehen, der kein Dach mehr hat. Doch hier scheint Magie am Werk zu sein, es ist stockfinster. Als ich noch überlege was zu tun ist schnellen plötzlich die Tentakel hervor und ziehen mich in die Dunkelheit hinab, ich kann gerade noch einen Schrei ausstoßen bevor sie mir die Luft abdrücken. Zaubersprüche rasen mir durch den Kopf, doch ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, zu stark sind die Schmerzen als die Tentakel sich immer enger um mich winden! Mir wird schwarz vor Augen. Und als ich wieder aufwache sind wir am Meer. Meine Gefährten erzählen mir dass ich tot war. Wahrhaftig, ich muss bei Selune gewesen sein während sie meinen Körper nach Yhaunn brachten. Doch auch Dhune hat es augenscheinlich erwischt. Wie sie mir erzählen flog er zu meiner Rettung herbei, doch umsonst, auch ihn erwischte das Wesen mit den Tentakeln. Wie gut, dass diese roten Zauberer auch auf dem Weg nach Yhaunn waren und sich bereit erklärten uns zurückzuholen. Sie scheinen zu glauben wir wären auch Mitglieder ihrer verabscheuungswürdigen Verbindung böser Mächte! Ha! Wenn die wüssten dass wir alles dafür tun ihre Pläne zu durchkreuzen.
Die anderen erzählen noch, dass das Tentakelmonster aus dem Turm herausflog und sie mit donnernder Stimme verhönte bevor es davonflog. Sein Name scheint Gulthias zu sein, welch ein mächtiger Dämon! Sturms Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten. Die Gruppe stieg in den Turm hinab um Dhune und mich zu bergen. Sie fanden uns auf den sterblichen Überresten eines Drachen und seinem Hort. Durch den Drachen führt ein Loch nach unten. Nachdem unsere Freunde einige herabsteigende Gruftschrecken abwehren konnten bargen sie Dhune und mich und einige Gegenstände aus dem Drachenhort und zogen Richtung Yhaunn.