Reisetagebuch
 
Tagebuch von Tiriel Windfänger
11. Uktar 1359 (nach Taliser Zeitrechnung)

Nun kehren wir wieder zum Turm zurück. Andarell ermahnt uns zu größerer Vorsicht, und sie könnte Recht haben. Es ist mitten in der Nacht als wir den Turm erreichen, alles ist still. Der Mond steht nicht am Himmel und so ist es stockfinster, als wir uns daran machen den Turm zu erklimmen. In seiner Mitte haben wir einen Balkon entdeckt, der mir beim letzten Mal nicht aufgefallen war. Wir schwingen uns über die Brüstung des Balkons und erblicken eine große Doppeltür. Ich presse mein Ohr dagegen und höre ein Knistern, wie von einem riesigen Feuer. Die Tür fühlt sich allerdings kalt an. An beiden Enden des Balkons sehen wir zwei weitere Türen aus denen keine Geräusche dringen. Wir öffnen die rechte und betreten einen Raum voller Schutt, in dessen Mitte ein Schacht mit eisernen Sprossen in die Dunkelheit führt. Ich widerstehe dem Impuls etwas in das Loch zu werfen und auf den Aufprall zu warten... Der Nebenraum ist leer, nur ein paar alte Tücher liegen auf dem Boden herum. Hinter der linken Balkontür bietet sich uns ein ähnliches Bild, ebenfalls ein verlassener Raum voller Steinbrocken und einem Schacht in die Tiefe.

Wir beschließen, die Doppeltür zu öffnen. Hitze schlägt uns entgegen -- eine riesige Feuersäule erfüllt die Mitte des halbmondförmigen Raumes. Ein Windzug von draußen fegt herein und wirbelt die Asche auf, die den Boden zentimeterdick bedeckt. Wir sehen Überreste von verbrannten Knochen unter der Asche liegen. Ich wirke einen kurzen Zauber um zu sehen ob die Flamme magisch ist (sie ist es) und entdecke dabei eine ebenfalls magisch leuchtende Tonphiole in der Asche. Ihr Inhalt gehört zur Schule der Hervorrufung, aber mehr kann ich nicht über sie herausfinden. Während ich noch die Phiole betrachte sind die anderen schon um die Flamme herum geeilt und haben dort eine Tür geöffnet.

Wir betreten den Gang hinter der Tür und schließen sie schnell hinter uns. Da bemerken wir Bewegungen in der Dunkelheit. Vier Zombies wanken auf uns zu, begleitet von einem monströsen Skelett, dessen Gedärme sich zu einer knorpeligen Zunge geformt haben. IIIH! Ich zücke mein blau leuchtendes Schwert und stürme auf den nächstbesten Zombie zu, dem ich eine klaffende Wunde zufügen kann. Andarell zieht ihr magisches Amulett hervor und spricht ein Gebet zu Beronarr, doch nichts geschieht. Da trifft mich plötzlich die Zunge des widerlichen Wesens am Hals und ich erstarre. Glücklicherweise wendet es sich dann um und lässt mich stehen, doch ich fühle mich furchtbar, bewegungslos stehe ich mitten im Kampfgetümmel. Da höre ich schon Dhune einen Zauber murmeln, und Pfeile aus Säure schießen aus seinen Fingern und fressen sich in das Wesen. Jona zückt seine Peitsche und schlägt ebenfalls zu, seine Peitsche wickelt sich um das Wesen und Jona versucht, es von den Füßen zu reißen. Vergeblich, doch mit einem zweiten Peitschenhieb kann er das Monster verletzen. Horken, unser treuer zwergischer Begleiter, stürmt mit seiner Streitaxt auf das Zungenskelett zu und fügt ihm eine tiefe Wunde zu, gleichzeitig schlägt Baal mit seinem Zweihänder auf es ein. Andarell hat in der Zwischenzeit weiter zu Beronarr gebetet, nun endlich umgibt ein Leuchten ihr heiliges Amulett und die Zombies fliehen vor ihr und zerfallen zu Staub! Nur das Monster mit der Zunge steht noch. Es wendet sich Baal zu und trifft ihn mit seinen Klauen und seiner Zunge, doch Baal beeindruckt das wenig. Dhune, Jona, Horken, Andarell und Baal schlagen auf das Monster ein bis es zusammenbricht. Kaum liegt das Monster am Boden sehe ich Andarell auf mich zustürzen. Sie scheint mich zu untersuchen und in dem Moment in dem sie verkündet dass ich nicht vergiftet sei und die Wirkung bald nachlassen wird spüre ich schon dass ich meine Finger wieder bewegen kann. Ich erinnere mich daran von solchen Wesen schon gehört zu haben. Es sind Moorg, untote Verbrecher die keine Ruhe finden. Andarell heilt die Verletzungen der Gruppe und wir schauen uns die Urnen näher an, die den Raum ausfüllen. Sie enthalten Asche.

Im nächsten Raum bietet sich uns ein seltsames Bild: fünf Zombies, die mit Besen die am Boden verstreute Asche zu Häufchen zusammenkehren. Sie ignorieren uns vollständig. Jona kippt eine Urne um, und sofort kommen die Zombies herbei um die Asche wegzufegen. Hier braucht anscheinend jemand ein Putzkommando. Unbehelligt gehen wir an den Putzzombies vorbei zum nächsten Raum.

Hier stapeln sich alte Urnen und Knochen bis zur Decke, nur ein schmaler Gang in der Mitte ist freigeräumt worden. Dhune erkennt, dass auf jeder Urne eine drakonische Inschrift steht. Hier scheinen die unterschiedlichsten Völker eingeäschert zu liegen, sogar eine Große Zahl elfischer Namen finden sich auf den Urnen. Diese Etage des Turms scheint ein einziges Krematorium zu sein! Aber wieso, und was hat das mit dem Kult von Ashardalon zu tun? Im nächsten Raum führt eine Wendeltreppe nach oben, die wir vorsichtig hinaufsteigen. Etwa 12 Meter geht es in die Höhe, das entspricht zwei Raumhöhen. In der Mitte der Treppe suchen Jona und ich nach einer Tür, doch können wir keine entdecken. So steigen wir hinauf bis zur nächsten Etage.

Nach einer winzigen Kammer gelangen wir in einen Raum mit einem seltsamen Zeichen, das in den Steinboden geritzt wurde. Es sieht aus wie ein abgestorbener Baum. Ich trete darauf, aber nichts passiert. Wieso schauen die anderen so vorwurfsvoll? Ich will zu einer Frage ansetzen, da höre ich plötzlich eine Stimme in meinem Kopf! "Wie habt ihr das Tor durchschritten?" will sie wissen. Welches Tor? Die anderen haben es auch gehört, sie meinen das war die Stimme von Gulthias, dem Dämon mit den Tentakeln. Ich fühle mich plötzlich beobachtet... Unter dem Symbol auf dem Boden erspähen wir ein weiteres Symbol, einen Drachenschädel. Er ist übermalt worden mit dem Baumsymbol. Dhune vermutet, dass es sich bei den Symbolen um einen magischen Fokus von Gulthias handelt, aber zerstören will er ihn nicht, wie unvernünftig!

Im nächsten Raum finden wir große Knochensägen und konservierte Körperteile. In der Mitte steht eine steinerne Tafel in Menschenform. Ein Wesen, das aus verschiedenen Körperteile zusammengenäht worden ist kommt auf uns zu. Es scheint resistent gegen Magie zu sein! Als alle außer Dhune im Raum sind speit es plötzlich Feuer! Wir werden schwer verwundert. Bevor Andarell Baal heilen kann tauchen zwei kleinere Fleischgolems auf und töten Baal. Oh nein, nicht schon wieder! Wir können sie bezwingen, doch für Baal kommt jede Hilfe zu spät. Wir beschließen, seinen Körper zu konservieren und zurückzulassen, da die Zeit zu sehr drängt um eine Reise nach Yhaunn zu machen und Baal wiederzubeleben. Wir öffnen eine Kastenbank um Baal hineinzulegen und zu unserem Erstaunen liegt in der zugenagelten Bank ein Foliant. Er beschreibt die Erschaffung von Fleischgolems. Dhune sagt, dass diese Magie noch jenseits seiner Kräfte ist. Während die anderen sich um Baal kümmern untersuche ich die seltsamen Maschinen im Raum. Eine mit vielen Zahnrädern bewegt sich noch. Einige der Zahnräder scheinen aus Platin zu sein. Ich bewege die Hebel ein wenig um zu sehen was dei Maschine tut, doch dabei scheint sie zu überlasten und hält nach kurzem Krachen an. Dhune steckt den Foliant ein.

Wir finden eine Zelle mit Runat, einem Gefangenen. Er erzählt uns, dass Gulthias ein mächtiger Vampir ist. Die Tür zu seiner Zelle ist durch eine Rune magisch gesichert. Andarell versucht erfolglos die Magie zu bannen. Jona kann, ermutigt durch ein Lied von mir, die Falle entschärfen. In der Kammer hinter der Tür ist ein Vrock, in einem Kreis aus Silber und einem Pentagramm. Im ersten Moment dachte ich es wäre der Kuckuck! Er erzählt der Tentakeldämon sei "das Mondkalb", das Haustier von Gulthias und nicht Gulthias selbst. Gulthias, der Vampir, dient dem Drachen Ashardalon. Er war ein Erzmagier und Kultist, der zu einem Untoten wurde um auf die Rückkehr von Ashardalon zu warten. Ashardalon begab sich vor Jahrhunderten auf eine andere Ebene uns aoll zurückkehren. Das Herz Ashardalons soll im Kern des Turms bewahrt werden, was mit seinem Körper geschah ist ungewiss. Die Kultisten begingen Massenselbstmord in einer Zeremonie und belebten damit das Herz Ashardalons und Gulthias, der eine Verbindung zu Ashardalons Herz besitzt. Nur Körperlose können den Kerm des Turms betreten, außer man besitzt den Drachenschlüssel, der in vier Teilen in den Katakomben des Turms liegt. Eine Legende besagt, dass Ashardalon diese Welt verlassen musste, weil er in einer Schlacht von einem mächtigen Druidenzirkel unter Dydds Führung verletzt wurde.

Plötzlich befreit Jona den Vrock, ohne uns zu fragen! Tatsächlich hält dieser sein Wort und greift uns nicht an. E schlägt vor uns ein Stück des Weges bis zu den Schächten in die Tiefe zu begleiten, aber wir kennen den Weg schon und so verschwindet er. Während wir mit Jona über seine eigenmächtige und lebensgefährliche Entscheidung streiten kommen zwei riesige vierarmige weiße Affen auf uns zu. Nach wenigen Sekunden haben wir sie aber schon niedergeschlagen. Wir wenden und nach Norden. In einem Raum voller Müll treffen wir auf sechs Gruftschrecken die sauber machen. Dahinter liegt ein Raum voller Geröll. Auf der anderen Gangseite liegt ein aufgeräumter Einbalsamierungsraum mit fünf weiteren putzenden weißem Affen. Als sie auf uns zustürmen zaubert Dhune Schmiere auf den Boden, auf der sie ausrutschen. Die am Boden herumglitschenden Affen können wir gut überwältigen und überlegen nun, wie es weitergehen soll.